Die wichtigste Frage bei jeder Wallet lautet: Wer kontrolliert den privaten Schlüssel? Liegt er bei dir, sprichst du von Selbstverwahrung (self-custody). Liegt er bei einer Börse oder einem Broker, vertraust du diesem Unternehmen. In der Szene heißt es dazu: Not your keys, not your coins.
Beides kann sinnvoll sein. Wer kleine Beträge hält und selten etwas tut, ist bei einem regulierten Anbieter oft gut aufgehoben. Wer größere Summen langfristig hält, sollte die Verwahrung selbst übernehmen.
Hardware-Wallets
Ein kleines Gerät, das den privaten Schlüssel offline speichert. Jede Transaktion wird auf dem Gerät selbst bestätigt, sodass Schadsoftware auf dem Computer nicht an den Schlüssel kommt. Kaufe Hardware-Wallets nur direkt beim Hersteller oder bei autorisierten Händlern, nie gebraucht.
Software-Wallets
Apps für Smartphone oder Browser, etwa für Ethereum und kompatible Netzwerke. Sie sind kostenlos und praktisch für DeFi, aber nur so sicher wie das Gerät, auf dem sie laufen. Für den Alltag in Ordnung, für größere Beträge eher nicht.
Guthaben auf der Börse
Wer auf einer Börse kauft und dort liegen lässt, hat nur einen Anspruch gegen das Unternehmen. Der Zusammenbruch von FTX im November 2022 hat gezeigt, was passieren kann, wenn ein Anbieter Kundengelder zweckentfremdet. MiCA verpflichtet zugelassene Anbieter inzwischen, Kundenwerte getrennt zu verwahren.
Die Seed Phrase sichern
Schreib die Wiederherstellungsphrase auf Papier oder präge sie in Metall, und bewahre sie an einem sicheren Ort auf. Kein Foto, keine Cloud, kein Passwortmanager mit Online-Sync. Gib sie niemals ein, wenn dich jemand dazu auffordert, egal ob per Mail, Telefon oder Chat. Echte Anbieter fragen nie danach.